Schöppingen - Hohe Wogen schlug die Vechte unter der Woche. Das Flaggschiff des ASC war vom Kurs abgekommen. Die Fußballer aus Schöppingen blieben bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Und „Kapitän“ Streuff strich die Segel.

Nach nur ziemlich genau einem Jahr Tätigkeit als Übungsleiter der Grün-Weißen bat der Trainer um seine Freigabe. Ein Schritt, der zumindest zu diesem Zeitpunkt etwas unerwartet kam. Schließlich hatten die Schöppinger zuletzt ihr Heimspiel gegen Vorwärts Lette 2:1 gewonnen.

„Sicherlich waren einige schlechte Spiele dabei“, sagt Fußball-Obmann Klaus Roosmann. „Doch Marcos Entscheidung hat uns schon überrascht, gerade nach dem jüngsten Erfolg.“ Roosmann selbst will mit Michael Eickhoff sowie Co-Trainer Stefan Blick das Team betreuen und Sorge tragen, dass der Kahn nicht vollends Leck schlägt.

„Wir wollen uns bei der Trainersuche die nötige Zeit lassen, die es braucht. Eine Notlösung braucht jetzt keiner. Ideal wäre ein Spielertrainer, der Qualität mitbringt. Die drei Spiele bis zur Winterpausen werden wir zur Not auch noch überbrücken“, glaubt Roosmann.

Als Marco Streuff das Telefonat entgegennimmt, wirkt er gelöst, fast schon erleichtert. Er wählt die ruhigen Töne trotz stürmischer Zeiten: „Ich möchte vorneweg klarstellen, dass dies keine Entscheidung gegen die Mannschaft war“, so der ehemalige ASC-Trainer. „Das Team ist zu einhundert Prozent intakt. Aber mir fehlen einige Prozent“, begründet Streuff seine Entscheidung. „Ich habe von den Jungs immer vollen Einsatz gefordert. Also muss ich eigentlich vorbildlich vorneweg marschieren. Doch mir fehlt es an Frische, an Leichtigkeit für den Abstiegskampf.“

Seine Entscheidung sei nicht von heute auf morgen gefallen. „Es war eher ein schleichender Prozess. Und es ist auch nicht meine Art, die Flinte einfach so ins Korn zu werfen“, betont der Übungsleiter. „Aber ich glaube, ich tue damit auch dem ASC einen Gefallen. Bis zur Winterpause zu warten, wäre falsch gewesen“, glaubt Marco Streuff und sagt: „Durch das spielfreie Wochenende bleiben auch den Spielern ein paar Tage mehr, neue Kräfte zu sammeln. Ich denke, das Restprogramm bis Weihnachten kann noch einige Punkte bringen. Ich wünsche es dem Team.“

Auf Klaus Roosmann und Michael Eickhoff wartet also eine schwere Aufgabe, bis ein idealer Kandidat als Nachfolger gefunden ist. „Bei der Trainerfrage wird es keinen Schnellschuss geben“, verspricht Interims-Coach Roosmann.

Drei Punkte mehr weist das Konto der Grün-Weißen seit dem vergangenen Wochenende zwar auf, aber die Gefahr lauert weiter in Form des Abstiegsstrudels. Deswegen braucht der ASC jetzt Führungspersönlichkeiten, die ihn vorm Kentern retten.


Quelle: Bericht der Westfälischen Nachrichten vom 19.11.2011 -hier-