Von Erkenntnissen im Angesicht des Scheiterns

Obschon die Bäume sich langsam ihrer Blätter zu entledigen begann, stand die Sonne hoch und heiß über dem Platz. Ihr Licht warf keine Schatten, zeigte alles klar, deutlich, wahr. Es war ein Tag der Offenbarung und sie mussten sich ihm stellen.

Wer nur die erste Halbzeit sah, der schaute wohl ungläubig auf den Ausgang des Spieles. War Schöppingen nicht die überlegene Mannschaft gewesen? Hatten sie nicht durchgängig Druck gemacht und ASV Ellewick zu keiner einzigen Chance kommen lassen? Hatten sie denn nicht im Gegenzug gefährliche eigene kreiert? Hatten sie durch einen wunderbaren Ball von Jens Lindhaus, über den zu weit herausgerückten Torwart, nicht schließlich, kurz vor der Halbzeit, die überfällige Führung erzielt? Ja, ja und nochmals ja, genau so ist es gewesen! Was geschah aber in der zweiten Halbzeit, dass sie nicht als Sieger vom Platz gingen?

Die einfache Antwort: Sie spielten nicht weiter wie zuvor, überließen das Spiel Ellewick. Die komplizierte Antwort: Sie spielten nicht weiter wie zuvor, überließen das Spiel Ellewick. Sie verwandelten ihre eigenen Chancen immer noch nicht, kassierten daraufhin zwei Gegentore durch Eckbälle – einer direkt in das lange Eck verwandelt, wobei der Wind eine nicht unwesentliche Rolle spielte – und brachen zusammen. Selbst nachdem der ASV nur noch zu zehnt auf dem Platz stand konnten sie das 3:1 nicht verhindern. Das Anschlusstor von Frederik Zurholt war schließlich nur Makulatur. Fehlenden Einsatz und fehlenden Willen kann und muss man kritisieren, doch das Problem liegt tiefer.

Tiefer noch als das durch Jahrelanges Training zum Instinkt geschliffene Verständnis vom Spiel. Eingenistet im Unterbewusstsein, genährt durch vergebene Chancen, verschenkte Punkte, unglückliche Niederlagen, wuchs der Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, ein Parasit so alt wie der Mensch selbst. Wenn dies keine Tragödie werden soll dann muss sich etwas tun, muss dem Parasit die Nahrung entzogen werden.