Von verdienten Pausen

Es war das letzte Spiel vor der Winterpause und unsere Grün-Weißen fuhren als Favoriten nach Stadtlohn, waren sie doch in der Rückrunde bislang ungeschlagen. Ein Sieg und man hätte sich als bärenstarke Rückrundenmannschaft in die Pause begeben, sich unter die Decke mummeln, vor den Kamin fläzen und von seinen Heldentaten berichten können. Doch wie dieser Anfang und die Ausgiebige Nutzung des Konjunktivs bereits vermuten lassen, kam es anders.

 

Die erste Halbzeit galt zunächst dem ASC. Immer wieder kamen sie in den ersten Minuten über die Flügel vor das gegnerische Tor. Angriff für Angriff schien man dem 1:0 näher zu kommen, bis Daniel Bartesch den Ball an die Latte setzte. Nun schien es nur noch eine Frage von Minuten, da übernahm Stadtlohn langsam das Spiel, erarbeitete sich Spielanteile. Doch obwohl Stadtlohn immer mehr Ballbesitz erlangte, kamen sie zu keiner nennenswerten Chance. Erst ein Eckball und ein Doppelpass mit dem Hinterkopf eines Schöppinger Spielers brachte die eine Chance, die Stadtlohn brauchte, um in Führung zu gehen. Der Rest der Halbzeit verlief wie zuvor. Für Schöppingen war noch nichts verloren.

In der zweiten Hälfte merkte man Schöppingen den Willen zum Sieg an. Immer häufiger kombinierten sie sich nach vorne, wurde das Spiel ansehnlicher und die Chancen gefährlicher. Einzig das Tor fiel nicht. Dann ein Pfiff, nach einem der vielen ungefährlichen Angriffen des SuS. Alle warteten verdutzt und gespannt. Eric Artmann habe laut Schiedsrichte beim Abschlag den Sechzehnmeterraum überschritten und so ein Handspiel begangen! Er gab Freistoß an der Strafraumgrenze. Spieler und Zuschauer fielen die Kinnladen zu Boden. Man wird den leisen Verdacht nicht los, dass der Schiedsrichter nur darauf gelauert hat bis er mal so was pfeifen konnte. Sucht man in den Archiven dieser Welt nach dem letzten Spiel in dem der Schiedsrichter ein solches Handspiel pfiff, so wird man erst beim berühmten 3:2 des FC Sinderby gegen den Stadtrivalen Sinderby United im beschaulichen Yorkshire am 05. März 1927 fündig, wo die Entscheidung zum Spielentscheidenden dritten Tor für den FC führte. Dass bis heute Vorwürfe, ob einer möglichen Bestechung des Schiedsrichters, zwischen den Fans der Teams in der Dorfkneipe hin und her geworfen werden, muss denke ich nicht extra erwähnt werden. Aber so war es nun einmal, damals wie heute und wenn der Schiedsrichter will tanzt die Welt nach seiner Pfeife. Stadtlohn legte sich den Ball zurecht, lief an und knallte das Ding stramm über die Köpfe der Mauer unter die Latte. Es stand 2.0. Das Spiel war besiegelt.

Eine Niederlage also, empfangen wie einen ungeliebten Verwandten. Doch heißt das, dass sich unsere Jungs nicht eine gemütliche Pause mit Gebäck und Glühwein, vor allem Glühwein, verdient hätten? Nein das heißt es nicht! Auch wenn es nicht immer glorreich lief, so haben sie sich doch für uns jedes Wochenende aufs Neue dem Kampf gestellt und getan, was in ihrer Macht stand. Mögen sie ihr Auszeit genießen und danach mit neuer Kraft zuschlagen.